»Das ist Sache der Ritterschaft, Graf Hoyer, und geht das Volk im großen und ganzen nichts an,« erwiderte Eike. »Auch der Krieg erfordert menschliche Gesetze, und je ritterlicher sie sind, desto besser, aber es ist nicht meines Amtes, sie aufzuschreiben. Rechtseinheit läßt sich nicht mit bluttriefendem Schwert erzwingen, dazu muß Friede auf Erden seien.«
Und ritterlich, herrlich schaute er aus, wie er das sagte. Gerlinde trank ihm freudig zu und konnte den Blick nicht von ihm wenden.
Graf Hoyer brach auf. »Ich habe genug und will mich zu Bett legen. Nein, du bleibst noch, Eike!« gebot er, »meine Frau leistet dir gern Gesellschaft, und ich sehe dich noch morgen früh. Also zum letzten Male Gute Nacht, Eike von Repgow!« Er winkte ihm und seiner Gemahlin freundlich zu und begab sich zur Ruhe. –
Da saßen die zwei nun wieder allein am Tische wie bei dem Fest in der Dirnitz, als der Graf ebenso von ihnen gegangen war und ehe sie hinauf zum Altan gestiegen.
Sie sahen sich an, aber keiner konnte sprechen; die Stunde der Trennung war da.
»Laßt uns scheiden, Gerlinde!« fing Eike aufstehend endlich an. »Wir wissen alles einer vom anderen, zwischen uns waltet Herzenseinheit; machen wir uns den Abschied nicht allzu schwer.«
Sie nickte stumm und erhob sich zögernd.
»Werdet Ihr wiederkommen, Eike?« flüsterte sie.
»Ich – komme wieder, Gerlinde!«