»Gab es in Bologna viel schöne Frauen und Mädchen?« forschte sie weiter.

»Das festzustellen gehörte nicht zu meinem Studium. Nach Frauen und Mädchen habe ich mich dort wenig umgesehen.«

»Wer Euch das glauben soll!« lachte sie. »Habt Ihr denn ein Herz von Stein?«

»Das möchte ich nicht behaupten,« erwiderte Eike, den dieses ausholende Verhör nachgerade belustigte. »Aber wenn auch,« fuhr er mutwillig fort, »aus dem härtesten Stein kann man Funken schlagen.«

»Wirklich? kann Euer Herz Funken sprühen, lichterlohe Funken? Hat es auch schon einmal Feuer gefangen?«

»Nein, es ist nicht leicht entzündbar.«

»Das –« weiß ich, wollte sie sagen, hielt aber an sich und sagte: »Das lob' ich. Und dann die Rechtseinheit, das Sachsenrecht und die fürchterlichen Gesetze! die nehmen es wohl völlig in Anspruch?«

»Nun ja!« entgegnete er, »auch der Gesetzgeber und Richter muß ein Mensch sein, der das Herz auf dem rechten Fleck hat und es bei der Entscheidung jedes einzelnen Falles mitreden läßt. Übrigens, wollen wir nicht weiter spielen? Ihr seid am Zuge.«

»Ich? ich bin am Zuge?« schrak sie auf, und ohne Besinnen zog sie.