»Halt, Gräfin! Dieses Orakel versuche ich nicht,« erklärte er.
Da vertrat er ihr den Weg. »Halt, Gräfin! dieses Orakel versuche ich nicht,« erklärte er.
»Warum nicht? wollt Ihr nicht wissend werden, weil Ihr schon wissend seid?« fragte sie mit vor Freude erglühendem Antlitz.
»Ich bin wissend, Gerlinde!« sprach er ernst, »und ich weiß auch den Beschwörungsspruch, der uns beiden einzig frommt. Er lautet: entsagen und schweigen!«
Bis ins Mark getroffen starrte sie ihn an. Sie hatte verstanden. Tränen rollten ihr über die Wangen und schluchzend sank sie ihm an die Brust. –
Lange, lange hielt er sie fest umschlungen, bis sie ruhiger wurde und sich sanft von ihm löste.
»Komm!« mahnte er, »das Wunder ist geschehen, unsere Herzen haben sich erschlossen, wie der Born dort aus dem Felsgestein bricht, aber kein Quellenzauber befreit uns von dem Leid, das wir, du und ich, durch unser Leben tragen müssen.«
»Wir werden es tragen, Eike, da wir nun beide selig, ach nein! unselig wissend sind. Ego sum tu et es ego,« sprach sie gefaßt und ergriff seine Hand, die sie leise drückte.
Schweigend traten sie den Rückweg zur Burg an, doch nach zehn Schritten wandte sich Gerlinde um und blickte noch einmal nach der Stelle hin, wo sie in selbstvergessener Umarmung einander gefunden hatten.