»Ich kann Euch leider nicht Weidmanns Dank sagen, Wildmeister, denn ich bin kein hirschgerechter Jäger,« erwiderte Eike.
»Du hast ganz recht, Scharruhn,« fiel der Graf ein, der sich zufällig in der Nähe befand, »ich liege dem Ritter schon lange damit in den Ohren. Nimm ihn nur einmal mit und stelle ihn gut an, wo ein Zwölfender wechselt.«
»Das will ich gern tun, Herr Graf,« versetzte der graubärtige Waldläufer. »Sie röhren noch, und ich würde mich freuen, wenn ich Herrn von Repgows Kappe mit einem Eichenbruche zieren könnte.«
Eike lächelte und schüttelte ungläubig sein ausdrucksvolles Denkerhaupt.
Noch eine Viertelstunde bewegte sich der Graf unter seinem ihm anhänglich ergebenen Gesinde; dann hatte er genug von dem Tumult und verließ bei schon herabgesunkener Nacht ohne Aufsehen, nur von Folkmar zu seiner Bedienung begleitet, die geräuschvoll zechende Gesellschaft.
Damit hatte Gerlinde gerechnet, und als bei Hoyers Verabschiedung von ihnen auch Eike Miene machte zu gehen, flüsterte sie ihm zu: »Ich bitte Euch, bleibt noch!«
Er stutzte vor dem eigentümlichen Ton, mit dem sie das gesagt hatte, blieb aber, dieser Aufforderung nachgebend, bei ihr.
Sie war nun, mit Eike allein an dem kleinen Tische, von einer fieberhaften Unruhe, zerstreut, geistesabwesend, und bald nach Folkmars Rückkehr in die Halle sprach sie entschlossen: »Jetzt ist es Zeit, kommt!«
Sie erhoben sich, und sofort war Melissa zur Verfügung der Herrin, die ihr hastig befahl: »Geh voraus, mache Licht im Schlafzimmer und erwarte mich oben.«