»Nun, ich werde sehen, ob ich mir das Zaubermittel beschaffen kann. Nehmt einstweilen meinen Dank, Herr Stallmeister!« sagte Bruno und drückte dem gewitzten Kurschmied ein paar Geldstücke in die Hand.

Als Oswald und Bruno in den Palas zurückkehrten, fanden sie dort nur die Gräfin Margarethe mit den beiden jungen Damen.

»Hat Euch unser kluger Thierarzt gut berathen?« fragte Margarethe.

»Wenn die Kur so gut anschlägt, wie die Mittel dazu absonderlich sind, so kann ich zufrieden sein,« lächelte Bruno.

»Danach darf man nicht fragen, Grete! das sind tiefsinnige Geheimnisse; ich habe auch nicht hören dürfen, welchen wunderbaren Zauber Isinger unserem jungen Freunde für seinen herzschlächtigen Rappen empfohlen hat,« sprach Oswald mit kaum verhohlenem Spott und wandte sich dann zu Bruno: »Was meint Ihr, Jungherr, wollen wir uns ans Brett setzen und Schachzabel spielen?«

»Mit Vergnügen, Herr Graf!« erwiederte Bruno, »aber ein guter Spieler bin ich nicht.«

»Ich auch nicht,« sagte der Graf und holte das Brettspiel herbei.

»Und was fangen dann wir an?« war Margarethens Frage. »Halt! ich weiß es. Eure liebe Mutter hat mir erzählt, Isabella, Ihr sänget zur Harfe. Gönnt uns den Genuß, Euch zu hören! In meinen jungen Jahren habe ich diese Kunst auch geübt und werde Euch meine Harfe bringen lassen.« Damit ging sie hinaus ohne Isabella's Einwilligung abzuwarten, die nun den Anderen gegenüber mit schüchternen Worten erfolgte.

»Ich fürchte, wir werden ein schweres Spiel auf dem Brett haben, wenn Euer holder Gesang uns die Gedanken verwirrt,« sprach Oswald. »Schachzabel und Harfenspiel vertragen sich nicht gut mit einander; wir sollten uns die Ohren verstopfen vor Euren Sirenenklängen.«

Als die Gräfin mit einer die Harfe tragenden Zofe zurückkam, nahmen die drei Damen in einiger Entfernung vom Schachtische Platz, und Margarethe sagte: »Ich werde sie Euch erst stimmen, liebe Isabella.«