»Ich hoffe, ihr werdet einen ehrenvollen Ausweg finden.«
»Einen anderen gehen wir nicht, Herzelande!« sagte Schmasman. »Ich erwarte sie oben bei mir; sorge, daß wir nicht gestört werden.« Damit schritt er hinaus und stieg die Treppe hinan.
Kaum hatte er das Gemach verlassen, als Isabella und Egenolf zugleich eintraten, die Eine in den Augen die stumme, der Andere auf den Lippen die laute Frage: »Was ist geschehen, Mutter? die Oheime sind herberufen; etwa Nachricht von Herrn Burkhard?«
»Nicht von ihm selber, aber von Frau Stephania,« erwiederte Herzelande mit einem Tone, aus dem Leid und Sorge herauszuhören waren.
»Willst Du mir sagen, Mutter –«
»Herr Burkhard besteht auf blutiger Fehde gegen die Thiersteiner und verlangt des Vaters Beistand.«
»Und der Vater?«
»Ist in der schwierigsten Lage und weiß nicht, was er thun oder lassen soll. Er will mit seinen Brüdern Raths pflegen.«
»Was sie ihm auch rathen werden,« sprach Egenolf, »ich kann mir nicht denken, daß sich der Vater zur Absage an Graf Oswald entschließen wird.«
»Dann giebt es Fehde mit Burkhard,« sagte Herzelande.