»Und wenn ich vor meinen Vater träte und spräche: Gebt diese Fehde auf, Vater! Gräfin Leontine will mein Ehgemahl werden, so würde auch das vergeblich sein, denn er kann und will von seinem Worte nicht zurück.«

»Also müssen wir unsern Bund noch verheimlichen.«

»Und wenn es zum Schlagen kommt, Leontine?«

»So gehst Du zu uns über oder ich zu euch; ich trenne mich nicht von Dir, nichts in der Welt bringt mich zur Entsagung.«

»Ich kann nicht gegen den eigenen Vater kämpfen.«

»Und ebenso wenig gegen den Vater Deiner Verlobten.«

Und wieder schwiegen sie, rathlos, hoffnungslos in all ihrer Herzenslust und ihrem Herzeleid.

Wie sie nun so stumm neben einander dahinritten, trat plötzlich vor ihnen eine weibliche Gestalt aus dem Gebüsch, in der sie zu ihrem Verdrusse die Zigeunerin Haschop erkannten.

Sie kam heran und rief ihnen spöttisch zu: »Ihr tragt Rosen im Munde? ach nein, sind Küsse, die ich auf euren Lippen sehe.« Dicht vor ihnen blieb sie im Wege stehen, daß sie halten mußten, wenn sie die Verwegene nicht überreiten wollten.

»Gieb Raum! was willst Du?« herrschte sie Egenolf an.