»Gott sei gelobt! wie es scheint, nicht mehr. Aber jetzt bin ich fest entschlossen, jetzt werb' ich um sie,« sprach er in der höchsten Erregung.
»Nur ruhig, Lieber, ruhig!« mahnte Imagina. »Erzähle mir doch erst –«
»Ja so! Du weißt ja noch garnichts.« Er theilte ihr nun Wort für Wort Dimots Geständniß mit und schloß: »Und was noch dazu kommt, ist, daß es Burkhard hinterbracht worden ist.«
»Burkhard hinterbracht? was denn?«
»Mein Verlöbniß mit Leontine. Haschop ist nach Rathsamhausen entflohen, um Burkhard Alles zu verrathen.«
»Woher weißt Du das? von Loder?«
»Nein, von Farkas, ihrem eigenen Vater, aber Hans Loder werd' ich es klagen; er soll auf die Schändliche fahnden, sie hängen oder ersäufen lassen, sie darf nicht leben!«
Imagina schüttelte besorgt ihren hübschen Blondkopf und sagte: »Ich bin ja nicht in Zweifel darüber, wie Du mit Haschop gestanden hast, und will Dir keine Vorwürfe machen. Sie ist ein verführerisches Geschöpf, und so eines kleinen Liebeshandels wegen wird Niemand einen ritterlichen Junggesellen schelten. Aber eines möcht' ich wissen: was reizt die Zigeunerin, zu Burkhard zu laufen und just ihm ihre Kundschaft von Deinem Bunde mit Leontine zuzutragen?«
»Sie muß wie eine witternde Füchsin Wind davon bekommen haben, wie die Dinge zwischen Burkhard und meinem Vater stehen, denn sie ist eine Schleicherin und Ohrenmelkerin, die herumläuft und Alles auskundschaftet und aus den Leuten heraushorcht und herausholt, was sie wissen will. Nach ihrem Mordversuch gegen Leontine will sie nun den Rathsamhausen auf uns Rappoltsteiner hetzen,« erwiederte Egenolf zornwüthig.
»Also das Eine wie das Andere die Rache der Verstoßenen,« sagte Imagina und fuhr nach einem kurzen Schweigen fort: »Bei so bewandten Umständen kann ich Dir nur rathen, Egenolf, Deinem Vater offen zu bekennen, was Du ohne ihn zu fragen gethan hast. Er muß Dein Verlöbniß mit Leontinen jetzt erfahren, und zwar von Dir selber.«