»Ich habe die Hoffnung, Vater, daß es nicht zum Kampfe kommt.«
»Das ist eine thörichte, eine ganz haltlose Hoffnung. Der Kampf ist allen Anzeichen nach unabwendbar.«
»Unsere Liebe wird ihn überdauern.«
»Der Groll des Besiegten auch. Wissen sie auf der Hohkönigsburg, was ihnen Feindliches bevorsteht?«
»Ja, sie wissen es,« erwiederte Egenolf, »durch einen Brief Friedrichs von Fleckenstein haben sie es erfahren.«
»Und trotzdem willst Du beim Grafen Oswald um die Hand seiner Tochter werben? Oder hast Du es schon gethan?«
»Nein, noch nicht, aber ich will es thun.«
»Und Du bildest Dir ein, daß er sie Dir giebt? jetzt giebt? Das ist ja zum Lachen!« rief er, sich wieder niederlassend.
»Wenn ich ihm sagen könnte, Vater, daß ich mit Eurem Einverständniß um seine Tochter würbe, so –«
»So müßte er annehmen, daß ich wenigstens ihn nicht befehden will, daß ich sogar auf seiner Seite stehe, meinst Du. O er wird noch viel mehr annehmen; er wird denken, ich wäre es, der diese Verbindung wünscht und anbahnt und ihm Bundesgenossenschaft als Preis dafür bietet, mit anderen Worten, der ihn um Frieden bittet.«