»Das ist nicht Deine Schuld und möge darum auch nicht Deine Sorge sein,« erwiederte Schmasman. »Den Kampf mit Burkhard habe ich kommen sehen, und da liegt ja nun seine unumwundene Absage. Doch davon ein ander Mal. Wann willst Du denn Deinen Freiersgang zum Grafen Oswald antreten?«

»Vielleicht übermorgen.«

»Warum erst übermorgen? warum noch zaudern damit?«

»Weil Leontine seit einigen Tagen nicht ganz wohl ist, wie ich erfahren habe.«

»Du scheinst ja gute Kundschaft mit der Hohkönigsburg zu unterhalten,« lächelte Schmasman. »So geh mit Gott, und alles Glück auf den Weg!« schloß er, dem Sohne die Hand reichend.

»Ich danke Euch, Vater!« rief Egenolf bewegt und führte des Vaters Hand an seine Lippen. Dann entschwand er aus dem Gemach und eilte hinauf zu Imagina, um ihr Alles zu berichten.

Als Schmasman wieder allein war, sagte er sich: »Mit beiden Händen wird Oswald zugreifen. Egenolf bringt seiner Braut als Morgengabe den Frieden, und Leontinens Mitgift ist die Unantastbarkeit unserer alten Standesrechte.« – Er lachte vergnügt in sich hinein: »Freit um die Tochter unseres Feindes! einen pfiffigeren dummen Streich hätte der Junge nicht machen können. Aber Oswalds Gesicht bei der Werbung möcht ich wohl sehen.«


XIX.