»Oswald! – wie ist das möglich?« rief die Gräfin, von ihrem Sitz emporschnellend.
»Ich wußte selber nicht, wie mir geschah, als er damit herausrückte,« erwiederte der Graf. »Und was das Beste dabei ist, er kommt mit Wissen und Genehmigung seines Vaters.«
»Eine Siegesbotschaft, Oswald!« frohlockte Margarethe.
»Nicht wahr?«
»Was hast Du ihm geantwortet?«
»Vorläufig weiter nichts, als daß ich über die Hand der Tochter nicht ohne die Zustimmung ihrer Mutter verfügen könnte. In der ausgesprochenen Absicht, mich mit Dir zu berathen, verließ ich ihn. Was thun wir nun? ich gedenke vorsichtig und zurückhaltend zu sein.«
»Ja, das wohl, aber nicht abweisend,« sprach die Gräfin. »Du stellst Deine Bedingungen, vor deren Annahme von einer Heirath keine Rede sein kann. Zunächst verlangst Du die Bundesgenossenschaft seines Vaters, des Grafen Maximin, gegen den Rathsamhausen.«
»Selbstverständlich!« nickte Oswald.
»Sodann,« fuhr Margarethe fort, »beharrst Du bei den oder erhöhst noch die Forderungen, die Du sowohl zur Durchführung Deiner Pläne wie zur Befestigung Deiner Machtstellung für nöthig erachtest.«
»Noch erhöhen? Margarethe, spannen wir den Bogen nicht allzu straff!«