»Nur nicht schüchtern und blöde jetzt!« rief sie entschlossen. »Eine so gute Gelegenheit, Dich und Deinen Willen durchzusetzen, kommt Dir nicht wieder.«
»Gewiß nicht,« gab Oswald zu. »Aber mit dem jungen Grafen kann ich über diese Dinge nicht verhandeln.«
»Mit ihm verhandeln sollst Du auch nicht,« erwiederte sie, »sondern ihm nur sagen, daß ohne vorhergehende Einigung zwischen Dir und seinem Vater an eine Verbindung mit uns nicht zu denken wäre. Dann höre, was er darauf antwortet. Vielleicht bringt er schon Vorschläge dazu mit.«
»Er hat keine Vollmacht von seinem Vater zu irgend welchen Versprechungen.«
»Nun, er kommt doch mit dessen Genehmigung; also wird er Dir, wenn auch nicht feste Versprechen, so doch wohl gewisse Anerbietungen zu machen haben,« meinte die Gräfin. »Wie weit ist er mit Leontinen?«
»Ein Herz und eine Seele!« lachte der Graf.
»Wirklich?« sprach Margarethe mit hell blinkenden Augen und einem frohen Lächeln, das ihr Antlitz wie Sonnenschein beglänzte. »O ich freue mich ihres Glückes, und wir haben Schmasman gegenüber mit unserer Einwilligung ein Pfand in den Händen, das wir nicht unter seinem Werthe weggeben dürfen.«
»Darin stimme ich Dir vollkommen bei,« erwiederte Oswald, »aber gerade Leontinens wegen darf ich keine übertriebenen Forderungen stellen, denn wenn die Verhandlungen mit Schmasman fehlschlügen, ginge damit auch das Glück unserer einzigen Tochter in die Brüche.«
»Sie werden nicht fehlschlagen,« entgegnete Margarethe lebhaft. »Egenolf wird für seine Liebe Himmel und Hölle in Bewegung setzen, zwischen Dir und seinem Vater Eintracht zu stiften. Tritt nur fest und entschieden auf und gieb nicht zu früh nach, damit wir Zeit gewinnen.«