»Nun, wenn es sich nachher der Mühe verlohnt, will ich gern noch fasten und mich kasteien,« lachte Wilhelm.

Oswald nahm ihn bei Seite und gab ihm die nöthigen Aufklärungen, die Wilhelm mit sichtlicher Befriedigung anzuhören schien.

Die Zeit des Wartens, die Allen länger däuchte als sie war, weil nach ihrem Ablauf mehr als eine wichtige Entscheidung getroffen werden sollte, suchte man sich durch eine etwas gezwungene Unterhaltung über gleichgültige Dinge zu vertreiben ohne mit einem Worte den Vorgang zu berühren, der sich in der eben verflossenen Stunde hier abgespielt hatte. Man that so, als wäre Egenolf nur ein zufällig anwesender Gast und nichts weiter.

Es wirkte daher wie eine Erlösung, als endlich die Ankunft der Rappoltsteiner gemeldet wurde. Oswald eilte zum Empfange der Hochwillkommenen die Wendeltreppe in den inneren Burghof hinab.


XX.

Egenolfs ehrfürchtiges Gesuch an seinen Vater, Allesammt sogleich zur Hohkönigsburg heraufzukommen, war in einem so verheißungsvollen und so inständig bittenden Ton abgefaßt, daß es dem dringenden Zureden Herzelande's gelang, Schmasmans heftiges Sträuben gegen diese Zumuthung zu überwinden. Dazu trugen auch die beiden Nachschriften das Ihrige bei. Mehr aber als Oswalds eigenhändiges »Vertragen wir uns!« halfen zur Annahme der Einladung die wenigen, so recht aus vollem Herzen kommenden Worte, die Leontine an Egenolfs Mutter geschrieben hatte.

So entschloß sich denn Schmasman endlich, mit Frau und Tochter und den Beiden von Schloß Giersberg zur Hohkönigsburg hinaufzureiten.