Egenolf und Leontine dankten dem Alten, aber danach fing die Unterhaltung an, ein wenig zu stocken.
»Soll der Knecht des Herrn von Rathsamhausen auf Antwort warten?« fragte Isinger leise.
»Nein,« erwiederte Graf Oswald, »darauf giebt es keine Antwort.«
»Aber ich werde Herrn Burkhard in den nächsten Tagen auf seinen Brief an mich die Antwort senden,« sagte Schmasman.
»Und ich überbringe sie ihm, Herr Graf!« rief Loder, »ich muß ohnehin nach Ottrott, mir den Seppele wiederzuholen.«
»Gut, Hans! Du sollst mein Bote sein,« versprach ihm Schmasman.
»Und nun soll sich der Knecht zum T– zu seinem Herrn zurückbegeben,« sagte Wilhelm von Thierstein, worauf sich Isinger lachend mit seinem Kumpan hinausbegab.
Wilhelm und auch alle übrigen Anwesenden waren unmuthig darüber, daß Burkhards Absagebrief gerade heute gekommen war und doch eine kleine Störung in ihrer Festfreude verursacht hatte.
Imagina, von dem Verlangen beseelt, der gedämpften Fröhlichkeit wieder aufzuhelfen, fand dazu ein wirksames Mittel. »Leontine,« begann sie, »fülle Deinen Becher jetzt einmal bis zum Rande, trink uns ein Schlücklein daraus zu und laß ihn am Tische von Mund zu Munde kreisen. Jeder von uns soll Dir Bescheid thun und dabei einen guten Wunsch für Dich und Egenolf aussprechen.«
Der Vorschlag fand allgemeinen Beifall. Leontine füllte ihren silbernen Pokal, nippte daran und reichte ihn dem neben ihr sitzenden Schmasman, indem sie lächelnd zu ihm sagte: »Fanget an, Herr Graf, und denkt Euch etwas recht Liebes und Gutes für uns aus!«