Schmasman sann ein Weilchen nach, hob den Pokal der holden Kredenzerin grüßend entgegen und sprach: »Ich eröffne den Reigen mit dem Wunsche, daß euer Schicksal so fest und sicher wider alle Stürme gebaut sei wie die Hohkönigsburg.« Dann setzte er den Becher an die Lippen und trank.
»Ich wünsche,« sagte Gräfin Katharina, ihn aus Schmasmans Hand nehmend, »daß eure Herzen stets in vollem Einklang schlagen wie die Glocken des Münsters zu Straßburg.«
»Möget ihr allzeit über Leid und Ungemach so hoch erhaben sein wie die höchsten Tannen des Wasgenwaldes über dem Boden, in dem sie wurzeln,« lautete Kaspars Wunsch.
Isabella wünschte: »Euer traulich Nest umwehe stets ein Hauch von Fried und Freud, so süß, wie wenn im Ried die Reben blühen.«
»Und rund herum ziehe sich Schutzwehr und Ringwall gegen Unheil und Gefahr wie die Heidenmauer um Sanct Odilien,« fügte Graf Wilhelm hinzu und that einen gar langen Trunk darauf.
»Halt! nicht zuviel!« rief Imagina lachend und ihn am Arme ziehend, »wir sind hier unser noch mehr.« Dann nahm sie ihm den Becher schnell weg, schwang ihn hoch dem Brautpaar zu und sprach: »Ich wünsche euch gute Freunde und treue Diener. Gesellig und lustig gehe es bei euch im Saal und im Burghof zu, wie Meister Gottfried von Straßburg singt:
Die Linde geb' ein gnüglich Dach,
Mit blättergrünen Ästen
Und Viele berg' ihr Zeltgemach
Von Burggesind und Gästen.«
»Breit und glänzend wie der Rhein ziehe euer Leben dahin, und nur glückbringende Sterne mögen sich darin spiegeln,« wünschte Graf Oswald mit einem freudigen Blick auf seinen künftigen Eidam.
»Ich bin eine alte Frau,« lächelte Herzelande, »und mein Wunsch ist, Leontine, daß Du dereinst in meinen Jahren so glücklich mit Egenolf bist, wie ich es mit meinem lieben Schmasman bin.«