»Das liegt am Tag wie der Bauer an der Sonne,« fiel Syfritz ein, »und das wird auch wohl in dem Briefe stehen, den Du bei Dir trägst.«
»Wahrscheinlich,« erwiederte Loder, »ich fürchte nur, daß Graf Schmasman mit seinen Vorhaltungen in einen kalten Ofen bläst. Viel Gefallens wird Burkhard nicht daran haben, und daß er daraufhin von seinem trutzlichen Fürnehmen stillschweigend abstehen und das Maul hängen lassen wird wie der Gaul an der Schmiede, das glaub ich für mein Theil so wenig, wie daß man fliegen kann, wenn man keine Federn hat.«
»Was soll er denn machen in seiner ohnmächtigen Wuth darüber, daß er mit seinen boshaften Schlichen durchschaut ist? Was krumm ist, kann er nicht gerade machen. Aber wenn er sieht, daß es ihm mit seinen heimlichen Anschlägen so überzwerchs geht, wirst Du mit Deiner Botschaft übel bei ihm zu Platz kommen, Hans,« meinte Syfritz.
»Soviel das belanget, besorg ich mir selber mehr Wagniß als Gewinn,« sagte Loder. »Er wird mir nicht groß Ehr anthun, obzwar ich meines Schirmherrn Abgesandter bin, dem er das Schienbein nicht reiben darf.«
»Willst ihm aber auch seinen viellieben Ofenheizer, den Seppele, wieder wegnehmen und einstecken.«
»Das hab ich gesagt und will es auch thun, aber das ist noch nicht einmal die Halbscheid von meinem Vorhaben, weßwegen ich mich zu dem Gange nach Ottrott erboten habe. Die Hauptsach ist mir ganz etwas Anderes.«
»Du sagst das so grimmig, Hans! was ist denn nachher die Hauptsach?« fragte Syfritz neugierig.
»Der verfluchten Hexe, der Zigeunerin den Hals umdrehen!«
»Was? der Haschop, der hübschen Tänzerin?«