Burkhard empfing Loder sehr unwirsch, riß ihm das dargebotene Schreiben aus der Hand und erbrach es mit einer ungeduldigen Hast.
Erstaunen und heftiger Unwille drückte sich beim Lesen des sehr langen Briefes auf seinen Zügen aus; er stampfte mehrmals mit dem Fuß auf den Boden und stieß mißmuthig unverständliche Worte aus. Dann warf er den Brief verächtlich auf den Tisch und höhnte: »Schöne, herrliche Klugreden, – Narrenspossen, über die ich lachen muß!«
»Ich hab Euch beim Lesen nicht lachen sehen, Herr von Rathsamhausen,« sprach Loder unverfroren.
Burkhard maß ihn von unten bis oben mit einem finstern Blick und sagte mit scharfem Ton: »Du antwortest nicht unbehend, weißt auch wohl, was in dem Geschreibsel drinsteht, das halb bettelt, halb trutzt.«
»Wissen thu' ich's nicht, aber denken kann ich's mir.«
»Hat Dein Herr mehr solche Briefe versandt? auch an Andere?«
»Meines Wissens nicht, und ich glaub's nicht.«
Da flog ein Ausdruck der Befriedigung über Burkhards Gesicht. »Ich soll mit dem Thiersteiner Frieden machen,« sprach er, »ist das etwan nicht lächerlich?«
»Meines Dafürhaltens nicht.«
»Aber meines Dafürhaltens ist es schimpflich und schmachvoll, wenn ein Rittersmann dem andern sein verpfändet Wort bricht.«