»Und das Gespräch hast Du Deinem Herrn hinterbracht?«

»Wort für Wort.«

»O Du Schelm! o Du Hund von einem Schelm, das will ich Dir ankreiden!« knirschte Burkhard und schüttelte die geballte Faust vor Loders Gesicht. »Also Du bist der Schmied gewesen, der den Pfeil gegen mich geschmiedet hat. Ich weiß, Du bist Deinem Herrn soviel und vielleicht noch mehr werth als mir der Seppele, für dessen ungebührliche Verfestung ich Dir den Habedank auch noch schuldig bin. Jetzt sperre ich Dich ein für Deinen Verrath, und bei der ersten feindlichen Bewegung Deines Schutzherrn gegen mich sollst Du des Henkers Tauben füttern.« Dabei beschrieb er mit dem Zeigefinger einen Kreis um den Hals und wies nach oben in die Luft. »Weil Du aber ein König bist,« fuhr er höhnisch fort, »sollst Du ritterlich Gefängniß haben. Deinen Spießgesellen, den Du mitgebracht hast, schicke ich morgen heim, damit er eurem wortbrüchigen Herrn meldet, wie gut und sicher Du hier aufgehoben bist und was Dir bevorsteht, wenn er nur eine Hand gegen mich rührt.« Dann schrie er zur Thür hinaus, der Vogt sollte kommen.

»Ob Ihr mir ritterlich und königlich Gefängniß gebt, Euer Handeln ist unritterlich und ehrvergessen,« warf ihm Loder mit stolzer, unerschrockener Haltung ins Gesicht.

»Reize mich nicht zum Äußersten, Mensch!« schnob ihn Burkhard wüthend an. »Kein Wort mehr! oder ich lasse Dir den Kopf abschlagen und schicke ihn Deinem Herren als einzige Antwort auf seinen Freundschaftsbrief.«

Dem Alten lief es kalt über den Rücken; der Tobende war in seinem rachsüchtigen Jähzorn zu Allem fähig, seine Augen rollten und funkelten unheimlich.

Der Schließer trat ein, und sein Gebieter befahl ihm: »Losiere den Pfeiferkönig oben in dem Jeratheusgemach ein, und seinen Gesellen sperrt ihr in den Thurm, aber hungern soll er nicht.«

»Komm mit!« sprach der Schließer und legte seinem Gefangenen die Hand auf die Schulter.

An der Thür wandte sich Loder noch einmal zu Burkhard um und fragte: »Schickt Ihr morgen den Syfritz nach Rappoltsweiler zurück?«

»So hab ich gesagt,« erwiederte Burkhard, »und so wird es geschehen.«