»Na, das ist ein Wort, das unter Brüdern seine zehn Pfund wiegt,« lachte Hans Loder. »Gnade Gott Dem, der in Deine Schmiedefäuste fällt, Ottfried!«

»Ja, da wird Mancher die Schuld der Natur auf der Landstraße bezahlen und ins Gras beißen müssen,« fiel der Lehnsmann ein.

»Wir sind ja unser auch genug mit all unserem Anhang,« sprach Isinger. »In Schlettstadt liegen die Fleckenstein'schen mit großer Macht und in Bergheim das Andlau'sche Volk, Kageneck und Hattstadt kommen von ihren Burgen Ortenberg und Bernstein dazu, und hier in Rappoltsweiler ist vor lauter Gewappneten kaum soviel Platz, daß man ein Roß darauf wenden kann.«

»Das Wetter ist günstig zum Schlagen,« warf Loder ein. »Ihr werdet vor Hitze nicht ersticken in euren Harnischen, heute früh hatte es auf den Wiesen gereift.«

»Ein Vergnügen ist es nicht, jetzt im Freien zu liegen, wenn man mit seinem Gaul das Kieseldaunenbett unterm blauen Himmel theilen muß. Diese Nacht war es fast so kalt wie im Winter, wenn die Bettler vor Frostkribbeln in den Zehen das Vaterunser tanzen,« sagte der Hofbesitzer. »Ja, hab ich nicht Recht?« wandte er sich, als die anderen Beiden lachten, zu den Genossen an den Nebentischen, die gleichfalls lachend ihm zustimmten.

So redeten sie beim Trunk, und Isinger hörte nicht auf, mit seinem Kampfmuth zu prahlen. Dabei hatte er jedoch Hans Loder schon ein paarmal zugeblinzelt und ihn unterm Tisch mit dem Knie angestoßen, bis es der Alte endlich merkte.

»Verstehe schon, Du willst was von mir, Ottfried,« lächelte er.

»Ja, ich habe eine geheime Botschaft an Dich; komm mit!« sprach Isinger.

Sie erhoben sich beide, dankten dem freigebigen Thannenkircher für die Zeche und verließen die Herberge. Draußen sagte Isinger: »Laß uns ins Strengbachthal gehen, denn Du mußt zur Ulrichsburg hinauf.«

»Zur Ulrichsburg? was soll ich da jetzt?«