»Ich habe ihn im Wams; schnalle mir mal hier an der Seite den Harnisch auf, dann kann ich ihn herauslangen.«

Loder that dies, und Isinger übergab ihm den Handschuh. Es war der von der rechten Hand und aus feinem, weichem Rehleder. Während Loder dann mit dem Wiederzuschnallen von Isingers Harnisch beschäftigt war, sahen sie einen Spielmann mehr laufend als gehend dahertrotten. Als er den Pfeiferkönig erkannte, winkte er ihm mit beiden Armen fuchtelnd zu, als hätte er eine große Neuigkeit zu melden, und kam nun wirklich angelaufen.

»Was giebt's, Rodewig?« fragte Loder, »bist ja ganz außer Athem.«

»Sie kommen, sie kommen, sie sind schon unterwegs!« keuchte der Spielmann.

»Wer? die Rathsamhausen?«

»Ja, die Rathsamhausen und die Müllenheim, die Dürkheim'schen und was weiß ich, wer alles noch. Heute Mittag sind sie ausgerückt aus Ottrott und Oberehnheim und wo sie sich gesammelt hatten und gelegen haben. Aber sie können sich nur langsam vorwärts bewegen, weil sie schweres Rüstwerk bei sich haben, Tarrasbüchsen und Wurfzeug, das nicht rasch fahren kann, und Fußvolk ist ja auch viel dabei,« berichtete Rodewig.

»Woher weißt Du das Alles?« fragte Isinger.

»Aus dritter Hand erst, von Pfeiferbrüdern, aber von sicheren Leuten. Einer hat's dem Andern mit größter Schnelligkeit zugetragen, und ich will das Abendmahl darauf nehmen, daß es wahr ist,« erwiederte der Kundschafter.

»Dann mach nur, daß Du zu unserem Grafen hinaufkommst mit Deiner Nachricht,« sagte Loder, »ich folge Dir auf dem Fuße nach; hier rechts geht es hoch.«