»Schmasman hat sie wohl dazu beredet, weil sich sein Sohn mit Thiersteins Tochter betraut hat,« bemerkte Henning von Landsberg.
»Das ist nicht die Veranlassung zu dem Bunde, sondern eine Folge davon; vorher kam das Bündniß der Väter und danach erst das Verlöbniß ihrer Kinder zu Stande,« entgegnete Müllenheim. »Wollt ihr die vereinbarten Bedingungen hören?«
»Ein andermal,« sprach Dürkheim. »Wir können Schmasman vertrauen, daß er weder sich selbst noch uns dem Thiersteiner gegenüber das Geringste vergeben hat.«
»Das können wir allerdings,« pflichtete Lützelstein dem Vorredner bei. »Aber warum hat uns Burkhard das verschwiegen?«
»Aus Trotz,« rief Müllenheim, »weil er keinen Ausgleich und keinen Frieden wollte und weil er – es muß einmal gesagt werden – weil er die Hohkönigsburg haben wollte.«
»Die Hohkönigsburg? für sich? und wir sollten sie für ihn erobern?« fragten gleichzeitig einige der Herren, höchst betroffen von diesen aufregenden Mittheilungen. Auch die Anderen schüttelten mißbilligend und murrend den Kopf und schwiegen, weil sie das soeben Vernommene mit keinem Worte zu beschönigen wußten.
Müllenheim aber fuhr fort: »Ich hoffe, liebe Herren, ich habe euch Alle überzeugt, daß es das Gerathenste ist, mit unsern Gegnern Frieden zu schließen. Wir können es mit Ehren thun, und sie werden uns dabei auf halbem Wege entgegenkommen. Außerdem ist es das sicherste Mittel, unserem Freunde Burkhard die Freiheit zu verschaffen.«
Als kein Widerspruch dagegen laut wurde, nahm Lützelstein wieder das Wort und sagte: »Du hast Recht, Jost; es bleibt uns nichts Anderes übrig.« Seine Gäste nickten ihm der Reihe nach zu außer Leiningen, der verdrossen dasaß und sich nicht rührte.
»Ich fürchte nur, Burkhard wird sich gegen unsern Beschluß mit aller Gewalt auflehnen, seine Zustimmung verweigern und uns Alle mit einander Abtrünnige schelten,« sagte Landsberg.
»Mag er! fügen muß er sich,« versetzte Müllenheim. »Er allein kann die Fehde nicht weiterführen, und ohne Handfeste giebt ihn Thierstein nicht frei.«