Oswald führte den Unerschrockenen bis vor Burkhards Gemach und verabschiedete sich dort von ihm. –
»Sei mir gegrüßt, Burkhard!« sprach Müllenheim, als er eintrat.
»Jost! Gottwillkommen!« rief Burkhard, dem Freunde entgegeneilend und ihm die Hand reichend. »Als wir uns zuletzt sahen, warst Du ein Gefangener wie ich; bist Du es noch? etwa bei den Rappoltsteinern? und haben sie Dir auf Ehrenwort Urlaub gegeben, mich zu besuchen? viel Gunst und Gnade von den hochedlen Herren!«
»Ich bin frei und komme gerades Weges von Girbaden, um Dir zu sagen –«
»Daß die Fehde guten Fortgang nimmt?« unterbrach ihn Burkhard freudig. »Das hör' ich gern.«
»Hast's aber noch nicht gehört und wirst's auch nicht zu hören bekommen,« sagte Müllenheim. »Die Fehde ist aus, Burkhard.«
»Jost! – Die Fehde ist aus? was soll das heißen?« fragte Burkhard, wie durch einen kalten Wassersturz ernüchtert und den Überbringer dieser Hiobspost steif und starr anblickend.
»Wir waren nach dem Gefecht im Weilerthal Alle bei Dietrich von Lützelstein auf der Frankenburg versammelt und haben uns dort nach gründlicher Berathung dahin geeinigt, mit Rappoltstein und Thierstein Frieden zu schließen, weil eine Fortsetzung des Kampfes nicht möglich ist,« erwiederte Müllenheim ernst und bestimmt. »Ich komme nun, um Dich zu bewegen, ebenfalls Deinen Frieden mit ihnen zu machen, damit Du frei wirst.«
»Da hättest Du ruhig zu Hause bleiben können; denn das thu ich nicht,« entgegnete Burkhard hochmüthig. »O ihr Treulosen! ihr – was sag' ich? ihr –«