»Nimm kein Blatt vor den Mund! ich bin etwas gewöhnt von Dir,« sprach Müllenheim gelassen.
»Also zu Kreuze kriechen wollt ihr, euch ducken und demüthigen vor Dem hier, feig und erbärmlich!«
»Jetzt sag' ich: hüte Deine Zunge, Burkhard! feig sind wir nicht,« gab ihm Müllenheim in rasch aufwallender Erregung zur Antwort.
»Feig seid ihr!« schrie Burkhard borstig und schlug derb mit der Faust auf den Tisch, an dem sie beide saßen.
Aber Müllenheim hieb noch fester auf und schrie noch lauter: »Sind wir nicht! Du hast falsches Spiel mit uns getrieben –«
Burkhard wollte wüthend auffahren.
»– hast falsches Spiel mit uns getrieben,« wiederholte Müllenheim zornsprühend, »hast uns hinterlistig verhohlen, welchen vernünftigen und guten Vergleich Schmasman mit dem Thiersteiner abgeschlossen hat, obwohl Du es wußtest, denn Schmasman hat es Dir geschrieben. Selbst mir hast Du diese wichtige Nachricht vorenthalten, als ich noch vor Beginn der Fehde bei Dir war. Ist das freundschaftlich, ist das ehrlich gehandelt? nein! tausendmal nein!«
»Ich habe Schmasmans Brief in meinem Ärger gleich nach dem Lesen verbrannt, weiß gar nicht mehr recht, was darin gestanden hat,« erwiederte Burkhard verlegen.
»O so etwas vergißt man nicht, und Du hattest bisher kein so durchlässiges Gedächtniß,« höhnte Müllenheim. »Meinst Du, wir wüßten nicht, warum Du es uns Allen verheimlicht hast? Weil Du uns mißbrauchen wolltest für Deinen ehrgeizigen Plan. Wir sollten uns für Dich an der Schildmauer der Hohkönigsburg die Schädel einrennen, damit Du über uns hinweg hier einziehen könntest als siegreicher Feldherr und Eroberer.«
»Du hast meinen Plan gekannt und gebilligt.«