Burkhard stand auf und fragte: »Was verlangt Graf Thierstein?«
»Daß Du ihm Urfehde schwörst, weiter nichts. Willst Du das thun?«
Burkhard zuckte, und seine Brust arbeitete heftig. Noch einmal bäumte der alte Trotz sich widerspenstig auf, und die Zunge sträubte sich, das bindende Wort auszusprechen. Dann aber kam es ihm kurz und bündig von den Lippen: »Ja, ich will es thun.«
Schmasman reichte ihm die Hand und sprach: »Nun wird die weiße Frau nicht wiederkommen, Burkhard.«
Burkhard aber seufzte: »Jetzt erst, Schmasman, bin ich überwunden und besiegt. Bis zu diesem Augenblicke war ich es nicht.«
»Und von diesem Augenblick an bist Du frei.«
»Gehe hin zum Grafen Oswald und sage ihm, daß ich den Schwur leisten will.«
»Noch nicht,« erwiederte Schmasman. »Erst noch eine Frage, und gieb mir ehrlich Antwort darauf! Sind wir beide wieder Freunde, wie wir es waren?«
»Wir sind's und wollen's bleiben, Schmasman, komm her!« Er öffnete die Arme, so weit er es mit dem einen, noch ungelenken, konnte, und sie drückten, beide tief bewegt, einander an die Brust.
»Jetzt geh' ich,« sagte Schmasman, »und hole Dir die Freiheit.«