Die allgemeine Freude der Gesellschaft war weit größer als ihr Erstaunen über diese Erklärung aus dem Munde Imagina's, die man als eine Vielwissende in Herzensangelegenheiten kannte. Überrascht davon waren nur Burkhard und Stephania, die nun einen hellen Blick zufriedenen Einverständnisses mit einander wechselten.

Schmasman aber erhob sich und sprach: »Bruno und Isabella, ich frage euch: hat Imagina die Wahrheit gesprochen?«

»Ja!« kam es laut von Bruno's und leise von Isabella's Lippen.

Schmasman sprach weiter: »Herzelande, ich frage Dich: hast Du gegen Imagina's Weisheit etwas einzuwenden?«

»Nein, lieber Mann!«

Nun ging Schmasman zu den zwei Liebenden, legte ihre Hände in einander und sagte: »Hier hast Du sie, und hier hast Du ihn! Glückauf Rathsamhausen und Rappoltstein!«

Jauchzende Glückwünsche ergossen sich von allen Seiten auf die unsagbar Beseligten. Egenolf und Leontine stürzten sich förmlich auf das neue Brautpaar, es in die Arme zu schließen.

Auf einmal ertönten feierliche Klänge, und Alles lauschte.

Oben an der Wand des Saales war ein kleiner Altan mit einer Thür, die in die nebenliegende Kapelle und zu den Sitzen führte, auf denen die Familie des Schloßherren dem Gottesdienste beizuwohnen pflegte. Zu diesem Gestühl gelangte man von der Kapelle aus auf einer Wendeltreppe, und aus der offenen Thür dort kamen die Töne, ein liebliches Saitenspiel, von einem sanften Blasen begleitet.