»Ja, ich muß sie doch aber wissen, wenn ich Euch dabei helfen soll; also faßt Euch ein Herz und sagt's!« ermuthigte ihn der Alte.
»Da hast Du Recht, Du mußt sie wissen, wenn Du mir dabei helfen sollst,« sprach ihm Egenolf nach, »so höre denn! Ich habe neulich einen Wolf geschossen, ein großes, starkes Thier, von dessen Streifen im Forst mir ein Waldhüter gesagt und die Fährte gezeigt hatte. Den habe ich geschossen und die Haut dem Kürschnermeister Güldner in Rappoltsweiler geschickt, daß er sie mir zubereite zu einer Fußdecke, vor's Bett zu legen, verstehst Du! Du verstehst doch?«
»Bis jetzt, ja! aber ich kann nicht rathen, wo Ihr damit hinwollt,« sagte Loder. »Ihr habt auf dem Schlosse schon vor allen Betten Thierfelle liegen, von Hirsch und Reh und Wildsau, von Luchs, Fuchs und Wolf, und nun noch eins –«
»Nichts da!« unterbrach ihn Egenolf, »hier aufs Schloß soll sie nicht; sie ist zum weichen, warmen Teppich für die Füßchen einer jungen Dame, einer sehr schönen jungen Dame ausersehen –«
»Auf der Hohkönigsburg,« platzte Loder heraus.
»Mensch! – woher weißt Du das?« rief der Graf und war ganz roth geworden.
»Von den Hufspuren Eures Rosses, die ich letzter Zeit des Öfteren auf dem Wege zur Hohkönigsburg fand; das Übrige bläst der Wächter,« sagte Loder. »Ja, ja, ein Frauenhaar zieht stärker als ein hänfen Seil,« fügte er mit listigem Schmunzeln hinzu.
»Bist mir also nachgeschlichen.«
Der Alte schüttelte: »Nein, es war ganz zufällig.«