Aber Loder fiel ihm in den Arm. »Halt! nur Geduld!« und in die Tasche greifend holte er Egenolfs Brief hervor mit den Worten: »Hier habe ich auch noch ein Brieflein an die Gräfin Leontine, das müssen wir dem Wolf in den Rachen stecken.«
»Was? einen Brief? und noch dazu mit rothem Wachs versiegelt?«
»Ja! den Grafen von Rappoltstein ist vom Kaiser das Recht verliehen, mit rothem Wachs siegeln zu dürfen.«
»Ei, ei! da seid ihr ja sehr vornehme Leute,« sprach Isinger und machte große Augen.
»Sind wir auch,« sagte Loder.
»Beim heiligen Eligius, meinem Schutzpatron! das hätt' ich nicht gedacht.«
»Und die Streifjagd im ganzen Wasigen haben wir auch.«
»Und das Pfeiferkönigthum!«
»Und vor Allem das Pfeiferkönigthum!«
Sie lachten beide herzlich, und die Becher klangen fröhlich an einander. Dann steckten sie Egenolfs Brief so zwischen die Wolfszähne, daß er nicht herausfallen konnte, legten das Fell behutsam zusammen und hüllten es in das Linnen. Isinger schenkte, den Rest des Weines ehrlich vertheilend, noch einmal ein, und nachdem sie ausgetrunken, brach Loder auf.