Dieses beständige Zusammensein mit Dimot hinderte Haschop indessen nicht, fortwährend Leontinen scharf zu beobachten und am schärfsten, wenn Graf Egenolf mit der schönen Gräfin sprach.

Beim Abschied fragte Haschop ihre neue Freundin: »Darf ich Dich oben auf der Burg einmal besuchen?«

»O gewiß! damit würdest Du mich sehr erfreuen,« erwiederte Dimot. »Ich werde der Thorhut Bescheid sagen, daß sie Dich einläßt.«

Da blitzten Haschops Augen gelüstig auf, und rasch sagte sie: »Hab Dank! ich komme.«


VIII.

Bald saßen etwa ein Dutzend Herren in dem gewölbten, sauber und behaglich hergerichteten Kellerraum des Rathhauses um die klobigen Tische und labten sich aus den stattlichen Pokalen, die der wohlweise Rath der Stadt für solche feierlichen Gelegenheiten nach und nach angeschafft hatte, ein Jeder an dem Weine, der ihm am besten mundete.

Zunächst drehte sich die Unterhaltung um die mitangehörten und gesehenen Aufführungen, die meist belobt wurden, vor allen der entzückende Tanz der Zigeunerin, die mit ihrer reizvollen Erscheinung auch vor den Augen der ritterlichen Herren Gnade gefunden hatte.

Auch des Gesanges Seppele's von Ottrott wurde rühmend gedacht, und Burkhard sagte: »Das ist ein wahrer Teufelskerl mit Singen und steckt außerdem voller Schnurren und Schwänke. Hätte der Mensch nur nicht die vermaledeite lose Zunge, die ihm so oft Händel auf den Hals zieht! Beim Pfeifergericht ist schon wieder eine Klage gegen ihn eingelaufen, und ich will nur wünschen, daß die Sache einen leidlich guten Ausgang für ihn nimmt, denn ich kann den Seppele nicht entbehren und lasse mir gern etwas von ihm vorsingen, wenn ich gerade bei Laune bin.«