»Was wohl nicht allzu häufig vorkommt,« warf Jost von Müllenheim ein, daß Alle lachten.
»Dann verhilft er mir mit seinen Späßen dazu,« erwiederte Burkhard. »Er ist nämlich unser Ofenheizer und Kaminfeger, aber im Sommer lasse ich ihm die Freiheit, mit seiner Laute in den Dörfern und Schenken herumzuziehen, denn ich halte große Stücke auf den lustigen Schelm.«
»Ein angenehmer Posten, im Sommer Strichvogel durch die Schenken, im Winter gut gepflegter Hofnarr,« meinte Rudolf von Andlau am Nebentische. »Sage mal, Du Häuptling aller Kesselflicker, ist der Farkas nicht auch Dein Unterthan?«
»Zur Hälfte,« entgegnete Burkhard, »denn er gehört sowohl zur Pfeifer- wie zur Kesslerbruderschaft, und wenn mir Schmasman seine Hälfte abtreten und der Zigeuner mit seiner herzenfängerischen Fiedel zu mir ziehen wollte, so hätte ich nichts dagegen.«
»Und mit seiner herzenfängerischen Tochter! nicht wahr? ja, das glauben wir Dir altem Sünder,« riefen sie ihm rechts und links zu.
»Schandmäuler seid ihr,« lachte Burkhard und leerte seinen noch halb gefüllten großen Pokal mit einem Zuge.
Nun kamen die Herren auf den Gegenstand zu sprechen, den sie nie erschöpfend genug behandeln konnten, auf den Werth und die Eigenschaften ihrer und aller ihnen im weitesten Umkreis bekannten Pferde. Wilhelm von Rappoltstein wandte sich mit der Bemerkung an den Grafen Oswald: »Ihr habt Euch, wie ich heute gesehen, tüchtige Gäule mit hergebracht, ihr Herren von Thierstein.«
»Ich habe mit Absicht etwas schwere genommen,« erwiederte Oswald, »denn eure Reitwege hier sind nicht die besten.«
»Laßt sie ausbessern, wenn sie Euch nicht gefallen,« knurrte Burkhard.
»Die feingeschenkelten Zelter, auf denen Eure Damen so sicher und anmuthig in den Sätteln saßen, hatten den rechten Feldschritt und gute Folge auf der Hinterhand,« sagte Kaspar von Rappoltstein.