»Mit Straßburger Gelde!« rief Burkhard höhnend dazwischen.
»– um in Sicherheit und Ruhe abwarten zu können, ob Ihr Euch meinen Anordnungen fügen werdet oder nicht, und werde danach meine Maßregeln gegen Euch treffen. Ich sehe wohl, daß Ihr Alle unter einer Decke steckt, um das Joch abzuschütteln, das Ihr zu tragen noch nicht gewöhnt seid, das Ihr aber zu tragen bald genug lernen werdet.«
»Da haben wir's! Ihr sagt es selbst,« frohlockte Burkhard. »So hat meine Eule die Wahrheit und auch Eure innersten Meinungen und Absichten aus Euch herausgeholt. Unsere Deckung aber,« fuhr er in drohendem Tone fort, »sind unsere verbrieften Rechte und, wenn's sein muß, Wehr und Waffen. Und was das Joch betrifft, – wagt es Herr Landvogt, es uns auflegen zu wollen! Ihr werdet unbeugsam steife Nacken finden. Beim ersten Versuche werfe ich Euch den Handschuh vor die Füße.«
»Wir auch! wir auch! so ist's recht!« riefen Einige aus dem Kreise, die während Oswalds Rede schon mehrmals laut gemurrt hatten.
Schmasman aber erhob seine warnende Stimme: »Ruhig Freunde! Burkhard, treib es nicht auf die äußerste Spitze! jeder Streit ist zu schlichten, wenn auf beiden Seiten –«
»Herr Graf von Rappoltstein,« unterbrach ihn Oswald schroff, »ich bat Euch noch nicht um Eure Vermittlung und bedarf ihrer nicht.«
»Schluck' es runter, Schmasman, und bedanke Dich bei Seiner Gnaden dem Herrn Landvogt!« lachte Burkhard.
»Ich will wünschen, Herr Graf, daß Ihr sie nicht noch einmal in Anspruch nehmen müßt,« erwiederte Schmasman kühl und stolz.
Oswald hörte nicht darauf, sondern wandte sich mit verstärkter Heftigkeit an seinen entschiedensten Widersacher: »Und Ihr, Herr von Rathsamhausen, was seid Ihr anders als ein Rebell gegen Kaiser und Reich?«
»Nein! nur gegen Euch und Eure verrätherischen Anschläge,« rief Burkhard wild. »Eure Gegenleistung, für die Ihr das Lehen der Hohkönigsburg durch heimtückische Pfaffenränke erschlichen habt, ist die von Euch übernommene schmachvolle Verpflichtung, dem Lande die Freiheit zu rauben und es schändlicher, schamloser Pfaffenzucht auszuliefern. Der alte, schwachsinnige Kaiser Friedrich weiß nichts von diesen ehr- und gewissenlosen Machenschaften.«