»Läßt auch Keinen hängen, ehe sie ihn hat. Übrigens begehen wir keinen Meuchelmord; eine ehrlich angesagte Fehde zieht kein Freigraf vor das offenbare oder das heimliche Ding.«

»Und wie denkst Du Dir die Fehde?«

»Nun, ich sollte meinen, daß wir es allmählich wohl gelernt hätten, Einen mit gewaffneter Hand anzulaufen,« lachte Burkhard. »Wir müssen eben unsere Lehnsleute aufmahnen und mit großem reisigen Zeug, mit allerlei Kriegsrüstung zum Werfen, mit Stücken und Tarrasbüchsen vor der Hohkönigsburg lagerhaftig werden und sie nehmen.«

»Sie ist schier unnehmbar.«

»Sie ist schon einmal genommen, und ihr Rappoltsteiner habt dabei geholfen.«

»Aber jetzt ist sie stärker als ehemals.«

»Nicht zu stark für uns, wenn wir einig sind und fest zusammenhalten. Die Thiersteiner werden wenig Bundesgenossen finden.«

»Zum Beispiel den Bischof und den Rath von Straßburg.«

»Den Bischof? Herzog Albrecht wird sich lange besinnen, ehe er gegen uns zu Felde zieht, und die Hochwohledeln, die in Straßburg auf den Dreizehnerstühlen über Krieg und Frieden zu Rathe sitzen, sind froh, wenn wir sie ungeschoren lassen. Der Ammeister Peter Schott und seine Zünftler gehen lieber zur Morgensprache in die Trinkstuben, als daß sie den Harnisch anthun und aus ihren Mauern herauskommen. Höchstens die Fleckenstein und Hermann von Hattstadt könnten den Thiersteinern helfen, und gegen die gewinnen wir doppelt und dreifach die Überhand.«