Darauf kamen zwei Frauenzimmer, ein altes, verschrumpeltes Weiblein und ein Mädchen mit jugendlich offenen Zügen und sicherem Auftreten.

»Wer ist denn das?« fragte Loder.

»Das ist Ammarei, genannt Schellenfünf,« belehrte ihn einer der Weibel, Syfritz war es.

»Meiner Seel, die Schellenfünf!« lachte Loder. »Und Du altes, gebrechliches Bettelmenschel lebst auch noch und quinkelierst immer noch auf Deiner Quinterne herum?«

»Ja, das thu ich, und besser als manche Junge,« erwiederte die Alte mit einem giftigen Seitenblick nach ihrer Gegnerin.

»Was willst Du denn hier?«

»Das unverschämte Ding, das Kätherlin, hat mir einen Maienbaum mit Zipollen und Knoblauch auf meinen Acker gestellt und mir damit Schimpf und Schande angehenkt,« klagte Ammarei.

»Die alte, hämische Neidliese hat mir aus lauter Niederträchtigkeit meine Harfe verhext, daß die Saiten nicht mehr stimmen wollen, hat mich beschrieen, ich sänge falsch, und mir auch sonst noch allerlei üble Nachrede gemacht mit ihrem garstigen Klatschmaul,« behauptete Kätherlin mit großer Zungenfertigkeit.

»Sie hat mich Hexe gescholten, mit dem Finger auf mich gezeigt und die Dorfbuben auf mich gehetzt, daß sie mit Steinen nach mir geschmissen haben,« keifte die Alte.

»Was bist Du denn sonst als eine gräulige, schwarzgallige Wetterhexe, die keiner Anderen einen ehrlich verdienten Batzen gönnt?«