»Und Du flattriges Geschöpf, das alle vier Wochen einen anderen Liebsten hat, –«

»Nicht einmal einen Liebsten gönnt es mir, das alte, verlumpte Scheusal,« lachte Kätherlin.

»– Du verdientest soviel Hiebe wie Du Haare auf dem Kopfe hast, Du Grasaffe, Du Zierpuppe, Du Satanskind, Du –«

»Ruhe!« donnerte der Pfeiferkönig und schlug mit der Hand auf den Tisch. »Ihr scheint euch nicht gut vertragen zu können; das müßt ihr lernen. Ihr kommt drei Mittage eine Stunde lang auf den Kak in den Beißkasten, da könnt ihr euch zanken und schimpfen, bis ihr heiser werdet. Fort mit euch!«

Die Meister nahmen die alte Lautnerin und die junge Harfenistin wie Alle, die zu einer Strafe verurtheilt wurden, in Empfang und führten sie ab.

Nun erschienen ihrer Drei vor dem Richterstuhle, ein alter heruntergekommener Mensch mit allen Kennzeichen eines Trunkenboldes, seine blühende Tochter, eine Zitherspielerin, und ein junger, kräftiger Mann, der Luftspringer war. Dieser beklagte sich, daß der Alte seiner Tochter verwehrte, sich mit ihm zu verehelichen, alltags auf der Bärenhaut läge, wenn er nicht in der Schenke säße, und das Mädchen allein für seinen Unterhalt sorgen ließe.

»Dich kenn' ich, Schuddebuddel!« sagte Loder, »kannst Du Dich denn mit Deinem Dudelsack nicht selber ernähren?«

»Nein,« stöhnte der Alte und tupfte sich mit der Hand auf seine eingefallene Brust, »es geht nicht mehr, hier – hier – keinen Athem mehr.«

»Weil Du Dir den Hals abgesoffen hast, Du alter Weinschlauch!« fuhr ihn Loder an. »Natürlich, wenn man den lieben langen Tag in der Lumpardei sitzt, ein Schöpple nach dem andern hintergießt und dann bei nachtschlafender Zeit in voller Unsinnigkeit an den Wänden heimschleicht, wo soll denn da die Puste zum Blasen herkommen? Das ist eines ehrbaren Spielmannes gänzlich unwürdig.«

»Hm!« machte Schuddebuddel, »hab all mein Lebtag gehört, von hundert Spielleuten süffen neunundneunzig gern.«