»Das sind Worte, in der Weinlaune gesprochen,« sagte die Gräfin, »ein Becherstreit mit heißen Köpfen, der in der nächsten Morgenkühle wie ein Rausch aus dem Hirn verflogen und vergessen ist.«

»So dachte ich Anfangs auch, habe mich aber überzeugen müssen, daß unsere Freiheiten und Rechte gefährdet sind; zu spät geschützt heißt in diesem Falle unwiderbringlich verloren.«

»Du hast Dich von Burkhard davon überzeugen lassen, willst Du sagen.«

»Nun ja, man kann nicht Alles mit eigenen Augen sehen.«

»Schmasman, traue dem Ottrotter nicht zuviel! er ist hinterhaltig und stets auf seinen Vortheil bedacht.«

»Herzelande! er ist mein alter Waffenbruder!« sprach Schmasman im Tone des Vorwurfs.

Die Gräfin schürzte die Lippen und sagte: »Ja, Du hältst ihm die Treue, aber ob er Dir –?«

»Aber Herzelande!« sprach Schmasman noch einmal, »wie kannst Du –«

»Was habt ihr denn mit dem Thiersteiner vor?« unterbrach sie ihn.

»Mit einem Worte: ihn von der Hohkönigsburg zu vertreiben und ihn wieder dahin zu schicken, wo er hergekommen ist,« erwiederte Schmasman.