»Könnt' ich's nur hindern, Mutter!« kam es bedrückt von Egenolfs Lippen. »Aber ich soll heute noch mit Loder reiten und die Lehnsleute aufbieten.«
»Also so weit ist es schon.«
»Ich bin ja noch nicht im Sattel, Mutter!« tröstete er sie in der stillen Hoffnung, daß es ihr am Ende gelänge, den Vater von dem grausamen Plane noch abzubringen. »Darf ich jetzt vielleicht wissen, Vater,« fuhr er fort, »was euch Herren mit dem Grafen Oswald verfeindet hat?«
»Wir haben im Rathskeller einen hitzigen Streit mit ihm gehabt,« erwiederte Schmasman. »Dabei kam es heraus, daß er es auf die Verkürzung und Verkümmerung unserer Freiheiten und Standesrechte abgesehen hat. Ein böses Wort gab das andere, und zuletzt schlug Graf Oswald unserem Freunde Burkhard die Eule vom Kopfe. Burkhard griff zum Dolche, und wir konnten ihn in seiner Wuth kaum bändigen.«
»Und darum sollen die Thiersteiner von der Hohkönigsburg herunter?«
»Ja.«
Egenolf und Herzelande schwiegen.
Jetzt wurde Loder gemeldet.
Als er hereinkam, reichte ihm Schmasman die Hand und sprach: »Hans, Du mußt den alten, dicken Schimmel besteigen und mit Graf Egenolf zu unsern Lehnsleuten traben. Sie sollen sich bereit halten, mit ihrem reisigen Zeug zu uns zu stoßen, sobald ich sie rufen werde. Du kennst sie am besten und sollst sie dazu aufmahnen. Und damit Du Bescheid weißt, um was es sich handelt, theile ich Dir im Vertrauen auf Deine Verschwiegenheit mit, daß wir dem Grafen Thierstein absagen, die Hohkönigsburg stürmen und ihn daraus vertreiben wollen.«
»Das weiß ich schon, Herr Graf,« sagte Loder ruhig.