Schmasman warf einen strengen Blick auf seinen Sohn.
»Von mir nicht, Vater,« sprach Egenolf.
»Von wem dann?« fragte Schmasman unwillig.
»Von Herrn Burkhard von Rathsamhausen, für den ja die Hohkönigsburg gestürmt werden soll, damit er mit seinen Gästen dort fröhliche Weihnachten feiern kann,« kam es von Loder heraus.
»Was ist das? bist Du toll geworden, Alter?« brauste Schmasman auf.
»Ich habe es aus Herrn Burkhards eigenem Munde, daß er Euch dazu herumgekriegt hat, Herr Graf,« erwiederte Loder mit derselben Ruhe wie vorher. »Hättet Ihr mich nicht herbefohlen, so wäre ich von selber gekommen, um Euch zu melden, was mir von Ungefähr wie ein Mücklein in die Ohren geflogen ist und wovon mein Herz mir nichts Gutes weissagte. Ich dachte mir dabei: das heißt doch, Einem den Münsterthurm von Straßburg zum Angebinde versprechen.«
Der Graf war starr; sein fragender Blick begegnete dem seiner Gemahlin, der ihm die stumme Antwort gab: da hörst Du's! Noch begriff er nicht, was es mit Loders verblüffender Meldung auf sich hatte, und stellte diesen nun mit dem Zornausbruch: »Heraus mit der Sprache! was soll das unsinnige Gerede?«
Loder berichtete nun wortgetreu das Gespräch Burkhards mit Jost von Müllenheim, das er mit angehört hatte, als er nach Schluß des Pfeifergerichts dem Abreitenden den Steigbügel hielt. Von seinem Wortwechsel mit Burkhard wegen Seppele's Verurtheilung und von des Ersteren Drohung gegen ihn sagte er aber nichts.
Schmasman fragte in tiefster Erregung: »Und das Alles willst Du wörtlich so gehört haben? kann da kein Irrthum, kein Mißverständniß sein?«