»Das läßt sich hören, damit bin ich einverstanden,« erklärte Schmasman. »Das verpflichtet mich nach keiner Seite hin, und die beiden Mädchen geht der Streit der Männer nichts an.«

»Isabella kann heute Nachmittag hinaufreiten und zwei Nächte oben bleiben,« bestimmte Herzelande.

»Und wir machen gegen Abend einen Pirschgang, Vater; ich weiß, wo ein starker Bock wechselt,« fügte Egenolf hinzu.

»Auch das soll mir recht sein,« erwiederte der Graf, »und ich errathe, welches Waidmannsheil Du mir mit dem Bock da im grünen Walde zutreiben willst. Ich bin zwar, weiß Gott! nicht in Jagdstimmung, aber ich muß Luft haben, muß mein Blut beruhigen, und es wäre mir noch lieber, wenn Du statt des Bockes einen groben Keiler mit der Schweinsfeder abzufangen hättest.« Sich zu Loder wendend fuhr er fort: »Du bist in Gnaden entlassen, Hans! Gott erhalte Dir Deine feinhörigen Lauscher!«

»Ich wäre ja kein Spielmann,« lachte Loder, »wenn ich im Zusammenklange nicht sofort die Falschheit eines Tones merkte, mag er herkommen, von wo er will.«

Nun schieden die Drei aus dem Gemach und ließen den Grafen allein.

Herzelande kramte sogleich in einer geschnitzten Eichentruhe und entnahm ihr einen kostbar gestickten Frauengürtel, mit dem sie sich zu ihrer Tochter begab.

»Isabella,« begann sie zu dieser, »hast Du Lust, heute Nachmittag auf die Hohkönigsburg zu reiten?«

»Mit Freuden, liebe Mutter!« erwiederte Isabella, »ich habe ja Leontinen meinen Besuch versprochen.«