»Jungherr Bruno von Rathsamhausen.«

»Also endlich!« sagte Oswald und erhob sich vom Stuhle. »Na, nur zu! Aber –« fuhr er fort, nachdem er schweigend ein paar Schritte auf und ab gethan hatte, »aber den eigenen Sohn als Unterhändler oder, was wahrscheinlicher ist, als Boten mit dem Fehdebrief zu schicken ist mir auch noch nicht vorgekommen. Hast Du ihn schon gesprochen?«

»Nein, er wird wohl mit Dir unter vier Augen reden wollen.«

»Nun, ich werde ihn hier erwarten und ihm höflich begegnen; er hat mich nicht beleidigt.«

»Aber laß ihn die Eule nicht sehen, thu sie weg!« erinnerte Wilhelm.

»Da hast Du Recht, die darf er nicht sehen,« erwiederte Oswald, nahm den Filz vom Geweih und verbarg ihn.

»Ich gehe,« sprach Wilhelm, »bedarfst Du meiner, so laß mich rufen.«

Graf Wilhelm ging, und Oswald blieb allein und harrte, harrte lange auf Bruno's Anmeldung, aber vergeblich. Sollte sich Wilhelm geirrt haben? dachte er. Endlich ließ ihn seine Gemahlin bitten, zum Mittagsmahle zu kommen.

»Sind außer der Gräfin Isabella noch andere Gäste da?« frug er.