»Ich stehe zu Diensten, Jungherr von Rathsamhausen,« sprach Oswald mit leicht umwölkter Stirn. »Wollt Euch mit mir in mein Zimmer bemühen.«

»O das eilt ja nicht, Herr Graf.«

»Wenn es auch nicht eilt, – ich würde doch vorziehen, das Geschäft, das Euch herführt, noch vor Tische zu erledigen. Wir sitzen dann freier und ruhiger beim Wein. Bitte, kommt!«

»Herr Graf,« lächelte Bruno verlegen, »in Eurem Zimmer können wir die Sache nicht abmachen, sondern – im Marstall.«

»Im Marstall?« frug Oswald, aufs Höchste erstaunt.

»Ja,« sagte Bruno, »ich habe nämlich gehört, daß Euer Stallmeister ein erfahrener Kurschmied ist und möchte ihn gern um einen guten Rath angehen wegen meines Rappen.«

»Um Euren Rappen handelt es sich? ich dachte, Ihr hättet einen Auftrag an mich von Eurem Vater.«

»Nein, Herr Graf!«

»Wirklich nicht?« fragte Oswald noch einmal.

»Wirklich nicht, Herr Graf! ich bedaure, aber mein Vater weiß garnicht von meinem Besuch hier. Ich bin schon zwei Tage von Hause fort, hörte erst unterwegs von Eurem trefflichen Stallmeister und entschloß mich schnell, hierher zu reiten, auf Eure gütige Nachsicht hoffend.«