»Wir werden’s schon machen. Wenn ich nur erst die englischen Sperrlinien nördlich von Schottland hinter mir habe, im Atlantik fassen sie mich so leicht nicht mehr. Und lieber versäufe ich das Schiff, bevor ich den Engländern die Ladung in die Hände fallen lasse.«

Der Schutztruppenoffizier unterbricht ihn erregt:

»Um Gottes willen, das wollen wir doch nicht hoffen! Die Möglichkeit der Verteidigung unserer letzten Kolonie hängt von dem Gelingen Ihrer Fahrt ab. Die ganze Welt staunt ja schon, daß Oberst von Lettow-Vorbeck sich bei der ungeheuren Uebermacht, die von allen Seiten gegen ihn andrängt, und den unbeschränkten Mitteln, die dem Gegner zur Verfügung stehen, noch hält. Wenn Sie aber erst da sind, Herr Kapitän, dann ist er aus dem Aergsten heraus.« Der Korvettenkapitän, der eine Zeitlang stumm dagesessen und auf der Karte den einzuschlagenden Weg verfolgt hat, wendet sich jetzt den beiden anderen wieder zu:

»Die Jahreszeit ist ja jetzt so günstig wie möglich. Wir stehen dicht vor dem Neumond, die Nächte sind lang und dunkel; vor allem da oben sind die Tage noch kürzer als hier. Vielleicht kommt Ihnen Nebel noch zu Hilfe oder schlechtes Wetter, bei dem die englischen Patrouillenschiffe nicht gern zur See fahren! Aber wir wollen keine Worte weiter verlieren. Je eher Sie in See gehen, desto besser. Wir wissen schon, warum wir für diese Aufgabe gerade Sie ausgesucht haben.«

Fast verlegen wehrt Sörensen ab: »Da wollen wir lieber kein Aufhebens von machen. Unter den deutschen Seeleuten sind hunderte, die es ebenso machen würden wie ich und« ... Der Erste Offizier ist eingetreten:

»Herr Kapitän! Die Ladung ist über.«

Sörensen erhebt sich. »Die Herren entschuldigen mich wohl einige Minuten. Ich will dann gleich seeklar machen lassen.«

Querab von der Tür steht an der Reeling ein älterer Seemann mit grauem Haar und Bart. Unschlüssig, ob er den herankommenden Führer des Schiffes ansprechen solle, blickt er Kapitän Sörensen entgegen. Der überhebt ihn aber sofort der Sorge:

»Na Eilers, wollen Sie denn nun wirklich mit? Haben Sie sich denn auch überlegt, daß Sie alter Mann nun in den Krieg gehen? Lassen Sie das doch lieber die Jungen besorgen. Sind genug da, die gern mit Ihnen tauschen würden!«

Der Angesprochene schüttelt verneinend den Kopf: