Ein Knistern und Sirren in der Antenne. Alle spitzen die Ohren und lauschen. Poldhu, die englische Großstation, gibt ihren täglichen Bericht. Kaum können sie den Augenblick erwarten, wo der F. T.-Gast, der jetzt unten den Funkspruch abhört, an Deck kommt, um dem Kommandanten Meldung zu machen. Nach einer halben Stunde ist es so weit. Ein halbes Dutzend französische Dörfer, die auf keiner Karte verzeichnet sind, wurden erobert, ein 42-Zentimeter-Geschütz erbeutet. Der Vormarsch ist unwiderstehlich. Noch kräftiger, erheiternd fast nimmt sich die gefunkte Flunkerei der Franzosen aus. Freilich, der Schluß beider Berichte erwähnt starke feindliche Gegenangriffe ....
Dann kommt die Meldung der britischen Admiralität: »Einer unserer Hilfskreuzer hat nach heftigem Gefecht heute nachmittag in der Biscaya ein feindliches Unterseeboot vernichtet, weitere Einzelheiten fehlen vorläufig.«
Stillvergnügte Gesichter sehen sich an, bis einer herausplatzt: »Täuw man, min Jung! Up die Einzelheiten kannst du lang lurn! De willt wi di woll vertellen.« –
Das geheimnisvolle Segelschiff
Noch einmal bäumt sich der »Petit Henri« auf, das schon halb untergetauchte Vorschiff kommt hoch, als sträubte es sich, so kurz vor dem Hafen sein Leben beschließen zu müssen, dann aber geht es um so schneller. Mit dem Klüverbaum voraus fährt er senkrecht in die Tiefe, bis die quirlende See sich über seinem Heck schließt.
Etwa fünfhundert Meter ab rudert die Mannschaft des versenkten Neufundlandfahrers der Insel Oléron zu, deren niedrige Nordhuck Chassiron mit dem scharf ausgeprägten Sattel, dem Leuchtturm und der Küstensignalstation über die Oberfläche hinausragt. Einen Augenblick haben die Franzosen, als ihr Schiff sich in den letzten Zuckungen aufbäumte, zu rudern aufgehört, dann, nachdem der »Petit Henri« ausgelitten hat, pullen sie weiter nach Land zu.
Eben will »U 135« nach Versenkung des Seglers nach See zu drehen, als die Aufmerksamkeit der auf dem Turm Befindlichen durch lebhaftes Schreien und Winken auf das kleine Boot, in dem ein ziemliches Durcheinander zu herrschen scheint, gelenkt wird.
»Stopp!« gibt der Kommandant an den Steuermann, der den Befehl an die Maschine übermittelt. Dann wendet er sich fragend zum wachhabenden Offizier:
»Was mögen die Kerle bloß wollen, da muß etwas Besonderes los sein.«
Der wachhabende Offizier, der mit dem Glas die Vorgänge drüben verfolgt, antwortet: