Was bringt Kriegen? Herzeleid.

Friede kommet aus dem Himmel,

Aus der Höll das Kriegsgetümmel.

Alter Spruch.

Bis hieher, lieber Leser, bin ich weitläufig zu Werk gegangen und hab dir meine und meines Sohnes Geschichte mit vielen Worten erzählt, über die nächsten sieben Jahre aber will ich dich um so schneller hinüberführen.

Wenn du nun das lesen wirst, was ich dir zu erzählen habe, könntest du vielleicht meinen, gerade in diesen nun folgenden Jahren habe die Geißel des Herrn mich am härtesten geschlagen, — aber dem ist nicht so. Jetzt ist nicht mehr durch des Satans List und Bosheit mir die Trübsal bereitet worden, sondern allein von meines Gottes Weisheit und Güte, jetzt hab ich den bittern Kelch, der mir voll geschenkt ward, mit gutem Vertrauen trinken und wiewohl betrübt bis zum Tod, dennoch beten können: Was mein Gott will, das g’scheh’ allzeit, sein Will’, der ist der beste!

Unsere Nachkommen werden’s einst nicht glauben wollen, was wir, die Väter, um des teuren evangelischen Glaubens willen für Unruhe, Angst und Not haben ausstehen müssen. Nicht bloß unser zeitlich Hab und Gut, sondern auch, — das weiß Gott! — unser Blut und unsere Tränen hängen an diesem Kleinod, und wenn einst die Zeit käme, in der evangelische Christen dasselbe nicht mehr in Ehren halten würden als ihr Bestes, so müßte unser Fleisch und Blut ausgestorben sein, und ein fremdes Volk in den Hütten seiner Väter wohnen.

Wie der geneigte Leser aus dem Vorhergehenden sich wird abgenommen haben, war durch den Religionskrieg des Elends und des Jammers seit schier fünfzehn Jahren genug und übergenug über den hiesigen Flecken und die hiesige Gegend gekommen. Man war darum sozusagen mit dem Elend, dem Hunger und der Gefahr gut Freund geworden, und hatte es beinahe vergessen, daß einst Zeiten gewesen, wo man seiner Hände Arbeit froh ward, wo man am Abend sein Haupt ruhig niederlegen konnte, ohne an Brand und Plünderung zu denken. Doch war das alles fast für nichts zu achten gegen die Drangsale, die als Gottes Gerichte Anno 1634 hereinbrachen.

Unser Nachbar, der Schreiner, brachte ein Kreuz ([13. Kap.])