Gut, Ehr’, Kind und Weib.

Laß fahren dahin,

Sie haben’s kein Gewinn,

Das Reich muß uns doch bleiben, —

da stimmte alles Volk vom Gipfel bis zum Fuß des Berges mit lauter Stimme ein, so daß selbst die Kranken, welche im Flecken zurückgeblieben waren, das Singen hörten, und mancher, dem der Abschied sauer geworden, sich wunderbar und wie von Gott selbst gestärkt und getröstet fühlte.

Auch unter uns ward eine große Freudigkeit bei diesem Lied; der Amtskeller trat zu mir und sagte, während ihm die hellen Tränen aus den Augen rannen, er habe nicht gemeint, daß Singen und Beten also einen Menschen trösten könne im Unglück, worauf ich erwiderte: darum sende es eben der Herr, damit man singen und beten lerne. Es war dies das letzte Wort, das ich mit diesem Manne gesprochen, — denn er ist nicht mehr heimgekommen, sondern in Kitzingen krank geworden und gestorben, wovon ich später, ach! nur zu viel, werde zu erzählen haben.

Auf der Höhe angekommen, gingen wir auseinander, ein jeder dahin, wo er einen Freund oder Blutsverwandten zu finden hoffte, ich aber ging mit den Meinen nach Kitzingen, wo Gott einem alten Mann, den ich nie zuvor gesehen, das Herz rührte, daß er uns in sein Haus nahm und vier Wochen lang mit Speise und Trank erquickte. Er hat Sebastian Popp geheißen und in der Vorstadt Etwashausen in der Krone gewohnt. Der Herr wolle es ihm vergelten tausendfältig!

Dreizehntes Kapitel.
Die Pest.