Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,

Hat Gewalt vom höchsten Gott,

Heut wetzt er das Messer,

Es schneidet schon besser,

Bald wird er drein schneiden,

Wir müssen’s erleiden,

Hüte dich, schön’s Blümelein.

Altes Lied.

Nach vier Wochen hörten wir, daß das kaiserliche Volk zum größten Teil wieder abgezogen, und daß ein großer Teil der Bürgerschaft wieder nach Sommerhausen zurückgekehrt sei; so wollten wir denn auch unserem Gastfreunde nicht länger zur Last liegen und machten uns auf den Heimweg.

Als wir den Steinbach heruntergewandert waren und an den Gottesacker kamen, fanden wir darin etliche Bürger beschäftigt, ein großes Loch zu graben. Die sahen ganz abgemagert und hinfällig aus, und keiner konnte lange arbeiten, sondern wie er den Spaten ein wenig geführt hatte, gab er ihn einem andern in die Hände und fiel wieder um auf den Boden. Da sie unserer ansichtig wurden, hatten sie anfangs eine große Freude, dann aber meinten sie: wir seien zur bösen Stunde gekommen, das abziehende kaiserliche Volk habe eine Seuche hinterlassen: es lägen noch viele kranke Soldaten im Städtlein, auch etliche von der Bürgerschaft habe die Seuche bereits ergriffen, dazu seien keine Lebensmittel mehr im Ort vorhanden, und sie selber könnten sich vor großer Schwachheit kaum mehr auf den Füßen halten. Sie hätten sich zusammengetan, diese Grube zu graben, weil mehrere Tote von dem fremden Volk in den Häusern lägen, der alte Merten Geuder, der Totengräber, sei selber auch gestorben. Wir teilten ein Laiblein Brot mit ihnen, — das verschlangen sie gierig und setzten dann wieder ihre Arbeit fort. Wir aber gingen unserem Hause zu und erfuhren bald, daß die Männer die Wahrheit gesprochen.