Sein Haupt herniedersenkt,

Ach, ach, nun muß ich klagen,

So sehr ist es erkränkt;

Die Seel’ schon auf der Zungen

Wird er’s jetzt hauchen aus,

Nun muß es sein gerungen

Mit Tod und letztem Strauß.

Spee’s Trutz-Nachtigall.

Als ich diesen Brief meines Sohnes noch während der Nacht gelesen, verstand ich einmal wieder das Wort der Schrift, daß der grundgütige Gott mehr tut, als wir bitten und verstehen. Aus den bösesten Stunden meines Lebens, aus den schwarzen Nächten des Verzagens und des Weinens war ein lieblicher Glanz des Herrn angebrochen. Meines Sohnes Fall war durch seine Gnade zu einem Auferstehen gemacht worden, und meine Seele freute sich Gottes, meines Heilandes.

Da gedachte ich auch, wie die droben — mein Weib und meine Töchter und mein Johannes — auf den Himmelsbergen schon früher den Glanz des Herrn hatten anbrechen sehen, wie sie, während ich noch in Sorgen und Trauern stand, schon voll Freude ob ihres Valentins Errettung den Herrn gepriesen, denn im Himmel ist Freude über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Bis hieher waren sie mir wohl immer vorgekommen als solche, die geschieden aus großer Trübsal, nun aber sah ich sie auch als die Seligen, angetan mit den weißen Kleidern, und die Palmen in ihren Händen, und verlangte sehnlichst, daß, wenn der Valentin hinüber zu ihnen wandelte, ich auch mitgehen dürfte. Aber Gottes Gedanken waren nicht meine Gedanken! — der alte, unnütze Stamm sollte noch stehen bleiben in Wind und Wetter, nachdem seine Krone und seine Zweige alle dahin waren.