Zagend schaute sie zu ihm auf. »Der erlaubt es nicht!« (Sie zeigte mit einer Gebärde auf Pintyö.)
»Aber wenn ich es gestatte, ich, der Oberrichter der Stadt.«
Sie lächelte unter Thränen, indem sie ihn anschaute. »Du befiehlst hier? Wahrhaftig?«
»Pintyö,« sprach der Oberrichter lächelnd, »tragen Sie der Kleinen das schönste Kleid hinein. Sehen wir zu, was man aus ihr machen kann.«
Sie konnten es schon nach einer Viertelstunde sehen. Als sie aus dem Ankleidezimmer trat, gewaschen und angekleidet, da hörte man ein Murmeln der Bewunderung. Ist's ein Traumgebilde oder ein lebendes Wesen? Sie war wie eine Königstochter von blendender Schönheit. Das kirschrote seidene Leibchen ließ entzückende Formen vermuten, der Rock schlängelte sich anmutig bis zu den Knöcheln. Ihre Lippen wetteiferten an Röte mit dem Rubin und ihr tiefschwarzer Zopf lief so weit hinunter, als er nur etwas von ihrem Körper, sich daran zu schmiegen, fand.
»Wessen Tochter bist du?« fragte der Oberrichter entzückt.
»Des alten Bürü Tochter, der beim ›Schmucken Husaren‹ zu musizieren pflegt.« (Der ›Schmucke Husar‹ war eine berüchtigte Csárda unter den Tanyen[7] des Theißufers.)
»Wie heißt du?«
»Czinna.«
»Kommst du mit uns nach Ofen?«