»Steige vom Pferde, guter Mann, ich führe dich hin –« meinte ein untersetzter Tartare mit gutem ungarischen Accent. »Ein schlechtes Pferd gaben dir die Kecskeméter Richter. Da kommt eben unser Herr, Beg Olaj, Allah beglänze lange seinen Bart.«

Wahrhaftig, da erschien er, der mächtige Beg Olaj, auf seinem schönen Rappen hielt er eben Revue über seine Truppen.

»Der Kecskeméter Gesandte ist hier, mächtiger Beg!« meldete der untersetzte Junge.

Der Beg betrachtete den Gesandten und dessen Mantel sehr aufmerksam, dann sprach er sanft:

»Wende dich um, braver Junge, wenn ich dich mit der Bitte nicht belästige.«

Czinna drehte sich um.

Beg Olaj warf nun von rückwärts einen Blick auf den Mantel. Dann sprang er vom Pferde, warf sich vor Czinna zur Erde und küßte den Saum des Mantels dreimal. Czinna staunte ihn an mit ihren großen schwarzen Augen, sie glaubte zu träumen.

»Allah ist groß und Mohamed sein Prophet. Was befiehlst du, Abgesandter der Stadt Kecskemét?«

Demütig und gebückt stand er vor ihr. Czinna zögerte ein wenig, dann aber sagte sie mit herber Stimme:

»Verlasset die Markung der Stadt Kecskemét sofort!«