„Jemand hatte wohl einen Einfall oder eine Eingebung — Er schrieb es sich bloß als Leitwort auf, um nicht daran zu vergessen. Weshalb interessiert es Sie so?“

„Weil es mit meiner Schrift geschrieben ist. Ich habe es offenbar selbst geschrieben, aber jetzt weiß ich überhaupt nichts mehr und kann mich nicht entsinnen, wann und warum. Andauernd überdenke ich, was das bedeuten sollte.“

„Jetzt bedeutet es nichts mehr.“

„Jetzt nicht, aber damals. Ich fand es hier während der Krankheit. Nie zuvor hatte ich es beachtet, bis jetzt. Und so sinne ich aus Langweile nach —“

„Worüber?“ fuhr Kvíčala nach einer Weile auf.

„Nie habe ich an die vergangenen Jahre gedacht,“ sagte Matys mit geschlossenen Augen. „Wozu auch? Alles Vergangene ist so selbstverständlich. Der Mensch gewöhnt sich an die vergangenen Dinge. Alle dünken ihm bekannt. — Aber jetzt weiß ich nicht, zu was ich mich damals entschlossen habe; ich weiß nicht, zu was ich zurückwollte und weshalb es mir so unerträglich war, und weiß nicht, wann es überhaupt war. Niemals wird es mir klar werden ... Überrascht und beunruhigt Sie nicht manchmal etwas Vergangenes?“

„Nein,“ sagte Kvíčala aufrichtig.

Der Kranke bewegte ungeduldig die Schultern und schwieg. „Ich weiß nicht, wann und warum ich es geschrieben habe,“ begann er; „aber mir sind viele Augenblicke eingefallen, in denen mir dies Wort als Erlösung erscheinen konnte, und ich finde ständig neue Augenblicke, wo ich es hätte schreiben können. Oder lieber erfüllen.“

„Wie erfüllen?“

„Ich weiß nicht. Schon lange sinne ich darüber nach, wie es sich erfüllen ließe. Zurück, ja zurück, aber zu was? Ich liege da und erinnere mich an allerlei: zu was von alledem zurückzukehren? Ich kann mich vieles Schönen entsinnen. Vieles tut mir leid. Manche Liebe. Hie und da leuchtet ein alter Gedanke auf. Und viel, unzählig viel habe ich vergessen, und daran denke ich am meisten. Es gibt furchtbar viele vergangene Dinge. Die Vergangenheit ist schwindelerregend.“