Ježek blickt empor. Wohin ist all das entflogen? Wohin entfliegt ihr, leuchtende Wolken, in zielloser und unermüdlicher Bewegung? Ach, so entführt zu werden, wegen nichts, aus gar keinem andern Grunde als wegen der Größe des Himmels; so entführt zu werden, weil der Raum groß ist und nicht endet! Weil die Sehnsucht groß ist und nicht endet. Sanfter Himmel, meine Seele ist friedlich wie meine Augen. Aber warum blickt ihr bis hinter den Horizont, friedliche Augen? Warum, friedlichste Seele, findest du immer die dämonische Tugend der Unrast in dir? Wie hoch segeln die Wolken, schwindlig hoch, — du möchtest sagen, bis am Tore der Sonne hin.
Puerta del Sol. Ježek sah sich um. Der Mensch, den er gefunden hatte, war wieder eingeschlafen, und sein Antlitz erschien unklar und zerquält, friedlich und weit. — Da stand Ježek auf, um ihn nicht zu wecken, und ging durch den warmen Wald, zerstreut, ohne Frage und wie gesättigt. Ihm war, als hätte er die Historie eines Lebens vernommen, eine wenig klare, aber nahe Geschichte, unzusammenhängend, aber nichtsdestoweniger eine Geschichte. — Ihm war, als hätte er die Historie eines Lebens vernommen und begönne schon sie zu vergessen.
VERLORENER WEG
„Aber wir haben ja den Weg verloren!“
„Augenscheinlich.“
„Wohin sind wir geraten? Sehen Sie etwas? Wo ist die Allee?“
„Ich weiß nicht.“
„Wo sind wir? Sahen Sie jemals, daß hier ein Heidefeld wäre?“
„Nein.“
„Aber wie konnten wir nur die Landstraße verlieren? Wir hätten ja über den Graben gemußt — — Hören Sie, sind wir nicht vielleicht über den Graben gegangen?“