Die letzten Worte erstarben in seinem Munde; nur wie ein Hauch kamen sie noch an mein Ohr.
Noch einmal öffneten sich groß und starr die Augen, dann ein jäher Ruck, ein Guß Blut aus dem Munde, Heris Gatte war tot.
Ich rüttelte ihn, ich schrie: „Herr Oberleutnant!“ – vergeblich, er war heimgegangen.
In meinem Kopfe brauste es: „Lieber als mich!“ Diese Worte des Sterbenden brachten mich außer mir. Gedankenabwesend sprang ich auf und begann wieder zu feuern.
Da, ein Schlag in die rechte Schulter, und das Gewehr sank mir aus dem Arm. Ich wollte darnach greifen, taumelte und stürzte nach vorne.
Was nachher war, deß weiß ich mich nicht mehr genau zu entsinnen. Nur so viel ist mir dunkel in der Erinnerung geblieben, daß ein lautes „Hurra!“ über mich wegbrauste. Rechtzeitig, durch das Gewehrknattern aufmerksam gemacht, waren die Unseren noch auf dem Gefechtsplatz eingetroffen, hatten den Feind von rückwärts gepackt und das kleine Häuflein der Überlebenden, etwa zwanzig von vierzig, gerettet.
Als ich aus meiner Betäubung erwachte, stand der Regimentsarzt vor mir.
„Na, also,“ meinte er, „das geht schon noch. Die Lungenspitze hat’s erwischt und das Schlüsselbein ist auch kaputt, aber das flickt man schon noch zusammen.“
Damit war der bosnische Feldzug für mich zu Ende. Mit einem der nächsten Verwundetentransporte wurde ich nach Kroatien zurückgebracht, und während die Kameraden Sarajewo mit stürmender Faust nahmen und die schnellen Wasser der Miljatzka mit Blut färbten, lag ich im Lazarett und hatte Zeit und Muße, meinen Gedanken Audienz zu geben.